Strickmantel. Was lange währt…

…geht mir eigentlich nur ordentlich auf den Keks.

So könnte man die HassLiebe zu meinem neu eingezogenen und allerersten Strickpullover beschreiben. Denn irgendwie war dieses Projekt dazu verdammt, niemals nie fertig zu werden. Es erfolgt nun eine Rekonstruktion der Geschehnisse in 6 Kapiteln (ja, langen Kapiteln! Nur um auch euch das Gefühl der Endlosigkeit zu vermitteln).

Kapitel 1: Vor mindestens 5 Jahren habe ich die wunderschöne Wolle von Lana Grossa (alta moda seta) mit einer bestimmten Anleitung im Hinterkopf im Wolleladen gekauft. Die Verkäuferin meinte, das Projekt wäre einfach *hust*. Mit Blenden und Knopflöchern. Einfach. Ungefähr so einfach wie damals mein Jacke-Projekt. not.

Kapitel 2: Nach der ersten Hürde wurde das Projekt frustriert zur Seite gelegt. Für Jahre. Anschließend erfolgte eine Planänderung zu einem einfachen Projekt. Einem Pullover bestehend aus einem Rechteck. Das kam mir dann aber auch wieder zu banal vor und drohte eher zu einem Schrankhüter zu werden. Es kam, wie es kommen musste: Die Wolle war dazu verdammt, noch mehr Zeit abzuliegen.

Kapitel 3: Vor über zwei Jahren schenkten ich und meine damalige WG meiner Mitbewohnerin ein Strickbuch für dicke Wolle. Darin befand sich ein Mantel mit Kapuze, der es mir angetan hat. Nachdem ich dann eine Weile später meine liebste Bamberger Freundin (nur noch drei Tage bis wir uns wieder sehen!) mit ihrer Version rumhüpfen sah, war ich von dem Modell überzeugt und neu motiviert. Zuhause habe ich dann meine Wolle in die Hand genommen, Größe M wegen meiner dickeren Wolle angepeilt und fleißig los gestrickt. Aufgrund meiner begrenzten Wollmenge war ein kürzerer Mantel geplant.

Kapitel 4: Einige sehr fleißige Wochen später war ich fast fertig, es fehlte nur noch ein Ärmel und dann- reichte die Wolle nicht. Außerdem drohte der Mantel viel zu groß zu werden. Da ich ungerne von meinem Plan abweichen wollte, war ich frustriert, legte die Wolle erneut in die Schublade. Pause.

Kapitel 5: Nach einem Jahr der Beruhigung kam nach einem weiteren Besuch und gutem Zuspruch meiner Bamberger Freundin ein erneuter Motivationsschub. Mantel also aufgeribbelt und in Größe S angepeilt. Müsste doch dann reichen, oder? Pustekuchen. Beim Online-Auktionshaus habe ich immerhin noch 2 Knäuele von der Wolle ergattern können. Reichte immer noch nicht. Ich fügte mich meinem Schicksal und bestellte ähnliche Wolle in Anthrazit, um die Taschen und Kapuze farblich abzuheben.

Kapitel 6: Das Finale- ließ noch auf sich warten, da wieder keine Lust. Nach einigen Wochen ausruhen stand dann der Besuch von Markus an, der immer so schöne Fotos macht. Also schnell weiter stricken und die Nacht vor seinem Besuch noch alles vernähen. Irgendwie ist Perfektionismus nachts immer eine schlechte Idee. Die Naht des zweiten Ärmels gefiel mir wesentlich besser, daher wollte ich Nummer eins nochmal aufmachen. Und so wurde das Loch unter der Achsel immer größer…Falsche Naht erwischt. Ja, es blieb mir nichts erspart. Und doch bin ich dann irgendwann fertig geworden!

Modell Langer Mantel mit Kapuze in Größe S aus dem Buch von Helgrid van Impelen (2015): Pullover und Jacken in großen Maschen.

Strickmantel vorne2Strickmantel vorne KragenStrickmantel TascheStrickmantel KapuzeStrickmantel Back
Fotos: Markus Ries.

Mein finales Urteil zum langen Mantel: Er ist schön warm und kann jetzt im Frühling noch gut als Jackenersatz getragen werden. Kombiniert mit meinem grünen Kleid mit dem wunderschönen Rückendetail (im letzten Post hier vorgestellt), gefällt er mir besonders gut. Bordeaux ist einfach eine schöne Farbe. Allerdings pillt die Wolle jetzt schon ein wenig. Ich glaube, das ist bislang mein teuerstes Kleidungsstück, da ich mit den ganzen Nachbestellungen und der Special-Wolle mit Seide auf sicherlich 100 Euro komme. Autsch.

Ich bereue nichts, bin aber froh, dieses Projekt endlich mit einem ENDE versehen zu können.

Weitere Geschichten von Selbermacherinnen findet ihr bei RUMS.

Auf bald!

Marta. Seweryna.

 

 

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Der nächste Winter kommt bestimmt.

Das dachte ich mir wohl in weiser Voraussicht, als ich im Mai diese Socken fertig gestellt habe. Mein erstes, selbst gestricktes Paar. Gestrickt im einfachsten Muster mit Fußspitze.
Ursprünglich für Herrn Freund geplant, die Maschenangaben in der Anleitung lagen jedoch vollkommen daneben.

Mein Urteil zu Socken: In der Zeit stricke ich mir doch lieber einen hübschen, groben Pullover. Ich war aber trotzdem versucht, mich direkt danach an Kniestrümpfe zu wagen.
Ach, diese Widersprüche in mir!

Grund für den Freutag!

Auf bald!

Seweryna